Krippenausstellung Augustinermuseum Rattenberg

Krippenausstellung vom 24.11. bis 17.12.2023

Ausstellung "Krippenbrauch in Österreich"


Im Rahmen des Rattenberger Advents hat der Verband der Krippenfreunde Österreichs eine Krippenausstellung im Augustinermuseum Rattenberg organisiert. 

 

Das Krippenbrauchtum blickt in Österreich und in Tirol auf eine jahrhundertelange Tradition zurück. Es umfasst insbesondere die Aufstellung der Krippen, die Restaurierung alter und die Schaffung neuer Krippen sowie das traditionelle Krippenschauen. Die Krippe ist in den letzten Jahrhunderten zu einem religiösen, kulturellen, gesellschaftlichen und künstlerischen Thema geworden.

Der „Krippenbrauch in Österreich“ wurde 2021 in das nationale Verzeichnis des UNESCO Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen.

 

Es werden Krippen aus der Region und aus verschiedenen Bundesländern Österreichs gezeigt. Die Ausstellung soll einen Einblick in die Vielfalt des Krippenwesens in Österreich geben. Dabei wird der Bogen von historischen Krippen bis zeitgenössische Krippen gespannt und auch einige Krippen von Künstlern aus Tirol ausgestellt. Auch von Seiten des Verbandes werden Exponate aus seiner kleinen Krippensammlung gezeigt.

 

Sie wird veranstaltet vom Verband der Krippenfreunde Österreichs in Kooperation mit dem Augustinermuseum Rattenberg.

 

Gesamtkonzept:

Verband der Krippenfreunde Österreichs

Bundesobmann DI (FH) Klaus Gspan

 

Leihgaben:

Heimatmuseum Zirl

Tiroler Landesmuseen/Volkskunstmuseum

Krippenakademie Imst

Vereine und Verbände des Verbandes der Krippenfreunde Österreichs

 

Museum:

Dr. Mag. Petra Streng 

 

Ein herzlicher Dank an alle, welche diese Ausstellung durch ihre Unterstützung und ihren Einsatz möglich gemacht haben.


Impressionen von den Krippen der Ausstellung


Erweiterte Krippensammlung des Verbandes

Der Verband der Krippenfreunde Österreichs hat sich um die Durchführung des 23. Weltkrippenkongresses 2028 in der Bodenseeregion, gemeinsam mit dem bayrischen, schweizerischen und liechtensteinischen Krippenverband unter dem Motto „VIER LÄNDER – EINE KRIPPE“ beworben. Bei der Generalversammlung der UN-FOE-PRAE im Februar 2022 wurde beschlossen, dass unsere Bewerbung den Zuschlag für die Ausrichtung des Weltkrippenkongresses 2028 erhält.

In Vorarlberg wurde dem Wunsch des vorarlberg museums entsprochen die Volkskunst des Krippen-bauens zu dokumentieren und mit Unterstützung des Landesverbandes von allen Ortsvereinen Laternenkrippen, Schneekrippen, orientalische oder alpenländische Krippen gebaut. Die 19 Krippenvereine des Landes haben dazu in den vergangenen Jahren für das Landesmuseum je eine Weihnachtskrippe gebaut. Diese Sammlung spiegelt die materielle Vielfalt im Lande wider, zusätzlich gibt es aber auch in Vorarlberg besondere Traditionen und regionale Bräuche rund um die Krippe.

Unter Anlehnung an dieses einzigartige Projekt aus Vorarlberg und des Plans einer großen österreichischen Krippenausstellung im Zuge des Weltkrippenkongresses 2028 wurde die Idee geboren, die eigene kleine Sammlung des Verbandes der Krippenfreunde Österreichs zu erweitern. Das diesbezügliche Konzept für die Erweiterung der bisherigen Sammlung um Krippen aus ganz Österreich wurde im September 2022 vom Vorstand des Verbandes einstimmig beschlossen. 

Ziel ist, diese Krippen selbst in Ausstellungen zu präsentieren oder als Leihgabe für besondere Ausstellungen der Landesverbände und Ortsvereine zur Verfügung stellen zu können.

Eisenerzer Stollenkrippe - Steiermark

Eisenerzer Stollenkrippe - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs
Eisenerzer Stollenkrippe - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs

Im Zuge der 24. Generalversammlung des Verbandes der Krippenfreunde Österreichs in der Bergbau- und Museumsstadt Eisenerz wurde vom Landesverband Steiermark das erste Werk für die neue österreichische Krippensammlung überreicht. Es handelte sich dabei um eine Eisenerzer Stollenkrippe, welche vom ortsansässigen Krippenkünstler Egon Günter Machaczek gefertigt wurde.

Der Künstler Egon Günther Machaczek hat im Zuge der Übergabe die Krippe wie folgt beschrieben „Bei dieser Krippe handelt es sich um eine Stollenkrippe, die bei uns in Eisenerz sehr typisch ist. Mit dem Erzberg als Hintergrund, und mit einem Stollen. In Eisenerz wird nach wie vor Erz abgebaut. In der Krippe werden Bergmänner als Könige aber auch Josef wird als Bergmann in der Maximilianer Tracht dargestellt. In der rechten Hand hält er eine Öllampe und in der linken Hand ein Berghäckl. Ein Berghäckl ist ein Statussymbol für den Bergmann aber auch ein Werkzeug und ein Sicherheitsgerät. Damit wurde das Gestein abgeklopft und auf Grund des Klanges konnte er feststellen, ist es ein loses oder ein festes Gestein. Die schwarzen Bergmänner tragen mit dem Fülltrog Erz zur Krippe und die für die heutige Zeit schon sehr rar gewordene Eisenblüte. Was man vorne sieht, ist ein Sackzieher. Ein Sackzug hatte ein Fassungsvermögen von ca. 140Kg und war von 1564 bis 1810 in Verwendung. Mit diesen Sackzügen wurde das Gestein zu den Radwerken gebracht. In Eisenerz gab es 19 Radwerke. Auf der rechten Seite der Krippe sieht man noch zwei Radwerke, den Ruprecht Ofen und den Kaiser Franz Ofen. Heute gibt es in Eisenerz kein Radwerk mehr. Was auch noch interessant ist – die Grubenzimmerung wurde von den eigenen Leuten hergestellt und wir sehen auch einen Grubenzimmerer bei der Arbeit. 

Warum ist Glimmer auf der Krippe und warum die Kerzen. Man hatte früher wenig Licht und durch den Glimmer ist Bewegung in das Licht gekommen.“

Hinterglaskrippe - Oberösterreich

Hinterglaskrippe - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs
Hinterglaskrippe - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs

In dem vom Landesverband Oberösterreich überreichten Kripperl mit Hinterglasmalerei wird die Geburtsstätte in Form eine Tempelruine mit der Huldigung der Hl. Drei Könige präsentiert. Diese Darstellung ist aus sieben hintereinander gereihten Glasplatten gemalt worden. Die in einem Abstand von ca. 1 cm hintereinander gereihten, bemalten Glasplatten sind in einem wunderbaren, antiken Kasten mit Profilrahmen eingearbeitet und mit einer indirekten Beleuchtung versehen.

Die Eigenart der Hinterglasmaltechnik ist, dass man vom Vordergrund zum Hintergrund malt, genau umgekehrt zur Malerei auf der Leinwand. Es kann also nicht durch Übermalen ausgebessert werden. Das Bild entsteht in drei Arbeitsgängen: Malen der Konturen mit wasserlöslichen Farben, ausmalen der Figuren und des Hintergrundes mit Ölfarben. Bildträger ist meist mundgeblasenes Flachglas und zum Vergolden wird Blattgold verwendet. Gefasst wird das Bild meist in schwarz gerustem Holzrahmen. Die bekanntesten Malerdörfer im 18. Jhd. waren Buchers (Südböhmen), Außergefield (Böhmen) und Sandl (Oberösterreich).

Diese Malkunst aus Sandl, die von Italien aus über Frankreich, Schweiz, Bayern, Salzburg, Böhmen nach Sandl gelangte, wurde im Jahre 2015 in das immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen. Das beschriebene Exponat wurde von Manuela Eibensteiner, Obfrau der Krippenfreunde Mühlviertel, Mitglied der Meisterstrasse, im Jahre 2018 angefertigt. Die Übergabe an den VKÖ erfolgte im Rahmen der Generalversammlung 2023 des Verbandes der Krippenfreunde Österreichs in St. Pölten.

Maisstrohkrippe - Kärnten

Maisstrohkrippe - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs
Maisstrohkrippe - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs

Anlässlich der Krippenausstellung im Augustinermuseum Rattenberg hat der Landesverband Kärnten sein erstes Exponat für die österreichische Krippensammlung dem Verband übergeben.

Maria Tschemernjak hat vor gut 30 Jahren einen Kurs für Maisstrohfiguren besucht. Seitdem hat sie Jahr für Jahr unzählige Krippenfiguren, aber auch unzählige Engel, aus Maisstroh gefertigt. Der Mais für diese Figuren wird nach wie vor selbst angebaut, da für die Figuren Maisstroh in unterschiedlichen Farben benötigt wird.

Mit ihrem Gatten Robert (verst. 2015) war sie bei der Gründung des Ortsvereines Villach auch schon voll im Krippengeschehen. Robert war einer der ersten Kursteilnehmer der Krippenfreunde Villach. Von Maria und Robert wurde Teamwork gelebt – er hat die Krippengebaut und sie dazu die Figuren.

Da es immer wieder Anfragen gegeben hat, hat sie ihr Wissen über die Gestaltung dieser Maisstrohfiguren in Kursen auch an Interessierte weitergegeben. Bei der Anfertigung der Figuren für die Krippe des Verbandes war sie bereits 87 Jahren, weshalb die Figuren eine der letzten von ihr gefertigten sein werden. Die Krippe zu den Figuren wurde von Karl Wastl gebaut.