„Krippen-Gebets-Gemeinschaft“. Alle sind herzlich eingeladen an jedem 19. des Monats um 19.00 Uhr gemeinsam für unsere Familien, um den Frieden und um ein christliches Weihnachtsfest den Rosenkranz zu beten.
Heiliger Josef, bitte für uns!
Liebe Krippenfreundinnen!
Liebe Krippenfreunde!
Eine Weihnachtskrippe ohne den hl. Josef gibt es nicht! Mit Jesus und Maria gehört er zur sog. Heiligen Familie. Um Josef, der zu den großen „stillen“ Heiligen gehört, gebührend zu würdigen, hat der verstorbene Papst Franziskus 2021 als „Jahr des hl. Josef“ ausgerufen.
Und so fasse ich nun kurz zusammen, was wir über den hl. Josef gesichert wissen. Dabei halte ich mich an ein Interview, das die Theologin Dr. Petra Ritter-Müller, Professorin für Bibelwissenschaft des Neuen Testaments, der Kathpress gegeben hat.
Es ist spärlich, was uns über das Leben und des Heiligen aus Nazareth bekannt ist. Sein Alter wie auch die Geburts- und Todesdaten bleiben im Dunkeln, genauso seine genaue Herkunft. Unmittelbar vor der Geburt Jesu ging Josef mit seiner Verlobten Maria nach Bethlehem, um sich dort in die Steuerlisten eintragen zu lassen (vgl. Lk 2,4f).
Beruflich war Josef Handwerker und zwar Zimmermann. Er gehörte damit zur kleinbürgerlichen Mittelschicht. Durch seine Arbeit musste er für sich und seine Familie den Lebensunterhalt bestreiten.
In vielen theologischen Abhandlungen wird seine Beziehung zu Maria behandelt. Der Evangelist Matthäus schreibt über die Szene, in der Josef die Schwangerschaft Mariens entdeckte, bevor die Eheleute noch zusammenlebten: „Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen“ (vgl. Mt 1,18-21). Aber schließlich habe er ihr den Scheidungsakt ersparen und sie nicht wegen der unehelichen Schwangerschaft dem Gerede der Leute aussetzen wollen.
Josef wird in der Bibel „gerecht“ genannt (Mt 1,19). Da diese Bezeichnung in der Hl. Schrift eher selten vorkommt, ist sie von besonderer Wichtigkeit. Josef hat sich also einerseits an die Vorschriften des jüdischen Gesetzes gehalten und andererseits hat er sich auch fair gegenüber Maria verhalten. Gerecht ist Josef aber auch dadurch, dass er nach seiner Begegnung mit dem Engel im Traum „tat, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte“ (Mt 1,24), nämlich seine Frau zu sich nahm und sie „nicht erkannte, bis sie ihren Sohn geboren hatte.“
Josef übernahm also die Rolle als Vater und Ehemann. Er ließ seine hochschwangere Frau nicht allein zurück, als er nach Betlehem gehen musste. Er schützte seine Familie bei der Verfolgung durch Herodes durch die gemeinsame Flucht nach Ägypten (vgl. Mt 2,14). Er gab dem Kind den Namen „Jesus“ (Mt 1,21.25), und übernahm damit auch die gesellschaftlichen Rechte und Pflichten des Vaters.
Worte von Jesus über Josef sind im Neuen Testament nicht überliefert, wohl aber zu seinen Eltern. Als Zwölfjähriger sagt er ihnen, als sie ihn nach drei Tagen Suche im Tempel wieder gefunden haben: „Warum habt ich mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meinem Vater gehört“ (Lk 2,49)? Jesus wusste somit schon als Kind - religiös erwachsen gelten jüdische Knaben mit dreizehn Jahren - Bescheid über seinen richtigen Vater bzw. darüber, dass Josef nur sein Adoptivvater war.
Soviel zum erwähnten Interview mit Prof. Petra Ritter-Müller.
Dadurch, dass uns kein einziges Wort aus dem Mund des hl. Josef überliefert ist, wird deutlich, dass es nicht so sehr auf die vielen Worte ankommt, sondern vielmehr auf das, was wir tun. Josef war also ein Mann der Tat, der immer hinter Maria in der zweiten Reihe gestanden ist und bei allem die Ruhe bewahrt hat.
Als Bräutigam der Gottesmutter Maria, für den die Worte Gottes bindend waren sowie als Schutzpatron der Kirche und Patron der Sterbenden, gehört der hl. Josef zu unseren ganz großen Fürsprechern im Himmel. Zudem ist er für uns alle ein überaus leuchtendes Vorbild im Glauben. So gesehen, hat der hl. Josef nicht nur auf den Weihnachtskrippen seinen unverzichtbaren Platz gefunden, sondern er ist auch aus dem Leben der Kirche nicht zum Wegdenken!
Meine Gedanken will ich mit dem Gebet beenden, das Papst Franziskus täglich gesprochen hat.
Heiliger Josef, glorreicher Patriarch,
der du das Unmögliche möglich machen kannst,
komm mir in meiner Not und Bedrängnis zu Hilfe.
Gewähre in den ernsten und schwierigen Anliegen, die ich dir anvertraue,
deinen Schutz, sodass alles ein glückliches Ende nimmt.
Mein geliebter Vater,
ich setze mein ganzes Vertrauen in dich.
Niemand soll sagen können, er habe dich vergeblich angerufen.
Und da du bei Jesus und Maria alles erwirken kannst,
lass mich erfahren, dass deine Güte ebenso groß ist
wie deine Macht. Amen.
Liebe Krippenfreundinnen und Krippenfreunde!
Wenn Menschen beten, wachsen sie zusammen. Deswegen könnte durch eine Gebetsgemeinschaft das Fundament des Verbandes der Österreichischen Krippenfreunde gestärkt und vertieft werden.
Mit dem inständigen Wunsch: „Hl. Josef, bitte für uns“, grüße ich Sie alle von Herzen!
Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer
Geistlicher Beirat des Verbandes der Krippenfreunde Österreichs

