Darstellung des Herrn - Maria Lichtmess


Liebe Krippenfreundinnen!

Liebe Krippenfreunde!

 


Bei manchen größeren Weihnachtskrippen werden mitunter verschiedene Szenen dargestellt: die Geburt Jesu im Stall, die Anbetung der Heiligen Drei Könige, die Hochzeit zu Kana usw. und nicht selten auch die Darstellung des Herrn.  

Weil das Evangelium dieses Festtages von mehreren „denkwürdigen“ Begebenheiten berichtet (Lk 2,22-40), wurden diesem Tag auch verschiedene Namen gegeben: Maria Reinigung, Maria Lichtmess, Fest der Begegnung, und seit der Liturgiereform des 2. Vatikanischen Konzils heißt dieses Fest „Darstellung des Herrn“. Es ist dies eine Bezeichnung, die den Blick ganz und gar auf Jesus hinlenkt und diesem Tag seinen besonderen Platz unter den Festen unseres Herrn im Kirchenjahr gibt: Maria und Josef bringen ihr erstgeborenes Kind am 40. Tag nach der Geburt in den Tempel, um es nach der Vorschrift Gott zu weihen, d.h. Gott darzustellen. 

Maria Lichtmess - Bild Angelika Vonbank
Maria Lichtmess - Bild Angelika Vonbank

 „Fest der Begegnung“ lautet noch heute in der orthodoxen Kirche dieser Festtag. In zwei alten Menschen, Simeon und Hanna, „begegnet“ Jesus im Tempel erstmals sozusagen offiziell seinem Volk Israel. Voller Sehnsucht hatten die beiden Propheten den göttlichen Heilsbringer erwartet.

 

Vor dem Konzil nannte man den heutigen Feiertag „Maria Lichtmess“, wobei damals mehr Maria im Vordergrund stand. „Lichtmess“ hat mit „Licht“ zu tun. Und damit wird auf das Tagesevangelium Bezug genommen, in dem der alte Simeon von dem Kind, das er in den Armen hält, sagt: „Es ist ein Licht zur Erleuchtung der Heiden“. Dieses Wort ruft uns in Erinnerung, dass Jesus nicht nur der Messias und Retter Israels ist, sondern der Herr der ganzen Welt.

 

Weil also an diesem Tag Jesus als „unser Licht“, als „Licht der Welt“ gefeiert wird, werden zum Gottesdienst auch Lichter, d. h. Kerzen mitgenommen, gesegnet und angezündet. Es ist doch beachtlich, dass die Kerze, jenes uralte und geradezu primitive Mittel, Licht zu spenden, weder aus unserer Kultur noch aus den Gottesdiensten verschwunden ist. Keine Technik, kein noch so raffiniertes Beleuchtungssystem konnte das lebendige Licht der Kerzen verdrängen.

 

Und noch etwas:

40 Tage nach Weihnachten, also am 2. Februar, wird uns noch einmal sehr klar aufgezeigt, wer der ist, dessen Geburtsfest wir zu Weihnachten gefeiert haben. Der greise Simeon, dieser alte weise Mann, dieser gläubige Prophet, der voller Sehnsucht im Tempel auf die Begegnung mit dem Jesuskind gewartet hat, sagt uns sehr deutlich, wer dieser Jesus ist. Und er tut es auf eine dreifache Weise.

 

Erstens betont er: „Jesus ist ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel“ (Lk 2,32). Zweitens: Jesus ist das Heil für jeden Menschen, ja für die ganze Welt (vgl. Lk 2,30) und drittens: Jesus ist ein Zeichen, dem widersprochen wird (vgl. Lk 2,34). 

 

Darstellung des Herren - Figuren von Robert Fleisch
Darstellung des Herren - Figuren von Robert Fleisch

Für uns könnte dies heißen: 

Wenn Jesus unser Licht ist, dann sollten wir versuchen, irgendwo ein Licht anzuzünden, anstatt über die Dunkelheit zu jammern!

Wenn Jesus unser Heil ist, dann wäre es ratsam, unseren Mitmenschen „heilsam“, d.h. wohlwollend zu begegnen, anstatt über sie zu schimpfen!

Und wenn Jesus einer ist, dem widersprochen wird, d.h. für den wir uns entscheiden müssen, dann könnte uns dies motivieren, uns stets neu für ihn zu entscheiden, indem wir z.B. auf das tägliche Gebet nicht vergessen oder uns am Sonntag um die Mitfeier des Gottesdienstes bemühen.

 

So könnte und würde Weihnachten weitergehen!

Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer

Geistlicher Beirat des Verbandes der Krippenfreunde Österreichs