Darstellung des Herrn - Maria Lichtmess - 2026


Liebe Krippenfreundinnen!

Liebe Krippenfreunde!

 


Das heutige Fest der Darstellung des Herrn - oder wie es auch genannt wird: Maria Lichtmess -, ist ein kurzes Aufflackern von Weihnachten ist. Und übrigens hat bis vor der Liturgiereform nach dem 2. Vatikanischen Konzil der Weihnachtsfestkreis bis zum heutigen Feiertag gedauert.

Fragen wir also im Blick auf Weihnachten noch einmal: Wer ist denn eigentlich dieses Kind, das vor 2000 Jahren in Betlehem geboren und 40 Tage später im Tempel von Jerusalem Gott dargestellt, d.h. IHM anempfohlen wurde?

Was taten die Hirten, als ihnen der Engel die Geburt eines Kindes angezeigt hatte? Sie suchten es und fielen dann vor ihm nieder. Ganz ähnlich verhielten sich die Weisen aus dem Morgenland. Auch sie beugten ihre Knie und beteten dieses Kind an. Anbetung aber gebührt einzig und allein Gott. 

Und das ist meine erste Antwort! Dieses Kind stammt nicht nur von Gott, es ist vielmehr der Sohn Gottes. Also Gott selber!

Maisstrohkrippe - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs
Maisstrohkrippe - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs

In der Bibel lesen wir weiter, dass Maria ihr Kind in eine Krippe gelegt hat; in eine Futterkrippe, aus der normalerweise Tiere fressen. Der Evangelist Lukas will damit andeuten, dass Jesus gekommen ist, um Nahrung für eine hungrige Welt zu sein. Er wollte also für andere Speise sein. Und tatsächlich hat Jesus dann später gesagt: „Ich bin das Brot für das Leben der Welt!“ Jesus ist demnach nicht nur der Sohn Gottes, sondern auch das „Brot des Lebens“ (Joh 6,35)! 

Wenn wir also auf Weihnachten zurückblicken, müssen wir festhalten: Was damals in Betlehem passiert ist, hat sich in einem Stall, also in vollkommener Armut und Abgeschiedenheit zugetragen.    

Die Kulisse des heutigen Festes ist nun eine ganz andere: nicht mehr der beißende Stallgeruch, sondern der Tempel in Jerusalem und damit die Sphäre Gottes! Eben jener Ort, an dem Jesus dann später gelehrt und seine Botschaft vom Reich Gottes verkündet hat. 

Wenn wir nun auf das Evangelium von Lichtmess schauen, frage ich noch einmal: Wer ist denn dieses Kind, das von seinen Eltern in den Tempel gebracht wird? 

Als Simeon das göttliche Kind in seinen Händen hält, bekennt er: „Meine Augen haben das Heil gesehen“ (Lk 2,30)! Das Heil! Jesus wollte also den Menschen das Heil bringen und die Welt heil machen! Deswegen ist ER ja auch der Heiland! - Und noch etwas: Jesus ist nicht nur das Heil, sondern auch der Heilige, der Heilige schlechthin! Denn bei seiner Taufe im Joran kam der Heilige Geist auf ihn herab und ist auf ihm geblieben.

Simeon bekannte: „Meine Augen haben das Heil gesehen“. Und weiter sprach er: „Dieses Heil, also Jesus, ist ein Licht, das die Heiden erleuchtet“ (Lk 2,32)! 

 

 

Maria Lichtmess - Bild Angelika Vonbank
Maria Lichtmess - Bild Angelika Vonbank

Apropos Licht! Dieses Element hat für uns Menschen eine elementare Bedeutung. Ohne Licht kann niemand leben. Es ist ein Lebensmittel, das wir genauso notwendig brauchen wie das Wasser und die Luft.

 

Wenn Jesus dann später sagt: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12), dann hat Simeon das bereits damals im Tempel von Jerusalem angedeutet. Und dieses Licht erleuchtet die Heidenvölker genauso wie das Volk Israel, betont Simeon. Denn Jesus ist Licht für alle: eben für die ganze Welt!

 

Und noch etwas erfahren wir aus dem Munde Simeons. „Dieser Jesus ist dazu bestimmt, dass in Israel viele durch ihn zu Fall kommen und viele aufgerichtet werden und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird“ (Lk 2,34)! 

Mit anderen Worten: An Jesus werden sich die Geister scheiden!

 

 


Und genauso ist es gekommen! Jesus, der Heiland, hat viele Menschen, vor allem Kranke, Benachteiligte und jene am Rand aufgerichtet, sie geheilt und ihnen neue Hoffnung und damit Lebensmut geschenkt. - Andere aber haben sich von ihm abgewandt, weil er so menschlich - zu menschlich - gekommen ist und nicht mit dem Schwert dreingeschlagen hat. - Wie immer auch: Wenn wir Jesus begegnen, dann müssen wir uns entscheiden: entweder für ihn oder gegen ihn!

 

Im Blick auf Weihnachten und der Darstellung Jesu im Tempel wissen wir also, wer Jesus ist: Er ist der Sohn Gottes. Er ist das Brot für das Leben der Welt. Er ist der Heiland, das Licht der Welt und der, der uns zur Entscheidung ruft!

 

 

Darstellung des Herren - Figuren von Robert Fleisch
Darstellung des Herren - Figuren von Robert Fleisch

Wer die Weihnachtskrippe bis zum heutigen Festtag aufgestellt hat, wird sie jetzt abbauen, sich aber schon wieder auf den kommenden Advent freuen, wo sie erneut unsere Häuser und Wohnungen ziert.

Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer

Geistlicher Beirat des Verbandes der Krippenfreunde Österreichs