Liebe Krippenfreundinnen!
Liebe Krippenfreunde!
Die Fastenzeit ist wie ein langer Weg, der auf ein Ziel zustrebt. Er beginnt mit dem Aschermittwoch und endet mit dem krönenden Osterfest. Weil uns diese 40 Tage auf den Höhepunkt des Kirchenjahres vorbereiten möchten, wird die Fastenzeit auch „österliche Bußzeit“ genannt.
Die letzte Woche vor Ostern ist die Karwoche. Sie wird auch Heilige Woche genannt. An ihrem Anfang steht der Palmsonntag, an dem wir uns an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnern. Jesus reitet nicht hoch zu Ross, sondern auf einem Esel. Denn er kommt nicht als Kriegsherr in seine Stadt, sondern als Friedenskönig.

Mit dem Gründonnerstag beginnen die „Drei österlichen Tage vom Leiden, vom Tod und von der Auferstehung des Herrn“ (das österliche Triduum), an denen wir das Pascha Jesu, seinen Durchgang vom Tod zum Leben feiern.
Der Gründonnerstag ist der Tag des Letzten Abendmahles mit der Einsetzung der hl. Eucharistie (hl. Messe) und der Fußwaschung. In den schlichten Zeichen von Brot und Wein hat Jesus uns durch die Worte: „Das ist mein Leib und das ist mein Blut“ seine bleibende Gegenwart geschenkt. Und indem Jesus seinen Aposteln die Füße gewaschen hat, hat er gezeigt, was der Inbegriff seines ganzen Lebens gewesen ist: die Liebe! „Ich habe euch ein Bespiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe“ (Joh 13,15).

Der Karfreitag ist der einzige Tag des Jahres, an dem keine Eucharistie gefeiert wird. Im Mittelpunkt der Liturgie steht die Feier vom Leiden und Sterben Christi. Beim Gottesdienst hören wir die Leidensgeschichte Jesu und als Höhepunkt wird das Kreuz verehrt, weil Jesus am Kreuz für uns sein Leben hingegeben hat. Oftmals beginnen die Gottesdienste um 15 Uhr, zur Todesstunde Jesu. Der Karfreitag ist zudem für die Katholiken ein strenger Fasttag.
Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe Jesu, an dem die Gläubigen voller Sehnsucht die Auferstehung ihres Herrn erwarten.

Das Hochfest der Auferstehung des Herrn beginnt mit der Feier der Osternacht. Sie ist der Hauptgottesdienst des ganzen Kirchenjahres. Die Liturgie beginnt in der dunklen Kirche, bzw. vor der Kirche mit der Lichtfeier. Nach der Segnung des Feuers wird die Osterkerze entzündet und in das Gotteshaus getragen. Dann wird das Exultet, das große Osterlob, angestimmt.
Im Rahmen des Wortgottesdienstes erklingt nach der Fastenzeit wieder das Halleluja, der Siegesgesang der erlösten Christenheit.
Bei der Tauffeier erinnern wir uns an unsere eigene Taufe und danken Gott, dass wir durch die Taufe, die ein österliches Sakrament ist, zu IHM gehören. Abgeschlossen wird die Osternacht mit der Eucharistiefeier. Sie ist das festliche Mahl mit dem auferstandenen Herrn Jesus Christus. Am Ende steht die Weihe der Speisen, die die Mitfeiernden mitgebracht haben.

Ostern ist das Fest der Auferstehung Jesu und damit das Herz des Christentums sowie der tragende Mittelpunkt unseres Glaubens. Durch seine Lebenshingabe am Kreuz hat Jesus den Tod überwunden und besiegt. Weil ER lebt, dürfen auch wir leben!
Was wäre mit all den Dunkelheiten, wenn es Ostern nicht gäbe? Dann gäbe es keinen Ausweg und keine Zukunft! Ostern sagt uns nämlich: Alles das ist nicht das Letzte! Es geht weiter, weil es mit Jesus weiter geht!
Ostern ist deswegen das größte Trotzdem! Alles Leid der Welt kann letztlich die Auferstehung, den Sieg des Lebens, nicht stoppen! Das ist unsere Hoffnung und unsere Hoffnungsquelle!
Mit anderen Worten: Ostern schenkt uns die Kraft, immer wieder aufzustehen und weiterzugehen; zu hoffen wider alle Hoffnung. Denn seit der Auferstehung Jesu wissen wir, dass mit dem Tod nicht alles aus ist! Und das lässt uns leben! Denn das Leben ist stärker als der Tod!
Christen sind deswegen Menschen, die an die Auferstehung Christi glauben; die aus dieser Auferstehung heraus ihr Leben gestalten; die die Auferstehung ihres Herrn weitertragen! Und dazu haben wir viele Möglichkeiten: wenn wir den Sonntag hochhalten; wenn wir dem Leben trauen, wenn wir als österliche Menschen leben und anderen zu einer Auferstehung verhelfen. Deswegen bekennen wir in Freude und Dankbarkeit: Jesus lebt! Er ist auferstanden. Halleluja!
Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes und hoffnungsvolles Osterfest!
Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer
Geistlicher Beirat des Verbandes der Krippenfreunde Österreichs