Gedanken zum Neujahrstag 2026


Liebe Krippenfreundinnen!

Liebe Krippenfreunde!

 


Ein bekanntes Gebet lautet: „Im Namen Gottes fang ich an. Mir helfe Gott, der helfen kann. So Gott mir hilft, wird alles leicht; wo Gott nicht hilft, wird nichts erreicht. Drum ist das Beste, was ich kann: Im Namen Gottes fang ich an!“ 

Dieses Gebet stelle ich ganz bewusst an den Anfang des neuen Jahres 2026. „Im Namen Gottes fang ich an. Mir helfe Gott, der helfen kann. So Gott mir hilft, wird alles leicht; wo Gott nicht hilft, wird nichts erreicht. Drum ist das Beste, was ich kann: Im Namen Gottes fang ich an!“ 

Aus diesem Gebet spricht ein tiefes Gottvertrauen und eine große Zuversicht. - „Mir helfe Gott, der helfen kann!“ Das ist Gottvertrauen! Und: „So Gott mir hilft, wird alles leicht!“ Das ist Zuversicht! Allerdings wird mir Gott nur dann helfen, wenn ich das Meinige tue bzw. getan habe!

Und wo sollen wir dabei anfangen? Nicht bei Null, sondern dort, wo wir gestern aufgehört haben! D.h. Vieles wissen wir, was im neuen Jahr auf uns zukommen wird, aber wir wissen nicht alles! Doch auf dem Hintergrund des erwähnten Spruchs, sollen und dürfen wir getrost Ja sagen! 

Vorbild kann und will uns dabei die Gottesmutter Maria sein, deren Fest wir heute feiern. Ihr Lebensprogramm könnte man mit dem kurzen Wort „JA“ zusammenfassen! Denn sie hat in der Stunde ihrer Berufung JA gesagt. Und sie ist zu diesem JA gestanden, auch wenn sie damals noch nicht abschätzen konnte, was dieses JA mit sich bringen würde! In diesem bewussten JA zur Zukunft ist Maria uns Vorbild. 

Verkündigung des Herren -Rudolf Millonig - Foto Verband der Krippenfreunde Österreichs
Verkündigung des Herren -Rudolf Millonig - Foto Verband der Krippenfreunde Österreichs

Eine beliebte Frage zu Neujahr lautet: „Was ist denn dein größter Wunsch für das neue Jahr?“ Ich habe mich sehr gefreut, dass ich in den letzten Tagen mehrere Male gehört oder gelesen habe: „Mein größter Wunsch ist Friede!“

Es tut weh, dass in dem Land, wo die Engel den Frieden auf Erden verkündet haben und wo Jesus geboren wurde und groß geworden ist, die leidgeprüften Menschen immer noch auf einen echten Frieden warten müssen! Und in der Ukraine sowie auch in vielen anderen Ländern ist von Frieden nach wie vor keine Rede.

Alle Menschen sehnen sich nach Frieden, und doch ist dieser Friede immer zerbrechlich. Wohl auch deswegen hat der hl. Papst Paul VI. den Neujahrstag zum Weltfriedenstag erklärt. Wie aktuell das ist, spüren wir alle oder? 

 

Wenn wir einen dauerhaften Frieden möchten, müssen wir auf die Abrüstung des Herzens hinweisen, denn der Friede beginnt bei mir und bei uns, eben in unseren Herzen!

Gloria in excelsis Deo - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs
Gloria in excelsis Deo - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs

 

Doch nun etwas anderes:

Der verstorbene Papst Franziskus hat am Heiligen Abend 2024 mit dem Durchschreiten der sog. „Heiligen Pforte“ im Petersdom ein Heiliges Jahr eröffnet. Alle 25 Jahre feiert die Kirche so ein Jubeljahr. Ein Heiliges Jahr ist eine Zeit der Gnade, in der wir Gottes Barmherzigkeit und die Gabe des Friedens erbitten und hoffentlich auch erfahren.  

Und so hat der Papst auch unmittelbar vor dem Öffnen der Heiligen Pforte ein Friedensgebet gesprochen, in dem er Gott bat: „Öffne unsere Seelen für das Wirken des Hl. Geistes, damit er die Härte der Herzen beugt, damit die Feinde sich dem Dialog öffnen, die Gegner sich die Hände reichen und die Völker sich in Einigkeit begegnen.“  

Das Motto dieses Heiligen Jahres, das Papst Leo XIV. am 6. Jänner beschließen wird, hat geheißen: „Pilger der Hoffnung“! Dieses Motto erinnert uns daran, dass wir eben Pilger sind, d.h. Menschen, die in dieser Welt kein endgültiges zu Hause haben, sondern auf ein Ziel zugehen. Und dieses Ziel heißt Himmel, die ewige Gemeinschaft mit Gott. Wir erwarten also alle eine gute Zukunft!

Und der Grund unserer Hoffnung als Christinnen und Christen ist Jesus Christus: seine Geburt, seine Botschaft, sein Leben und seine Auferstehung! Deswegen feiern wir ja jedes Jahr seine Menschwerdung. Mit anderen Worten: Seit Weihnachten hat unsere Hoffnung ein Gesicht bekommen: eben Jesus. Denn ER ist unsere Hoffnung! 

Und so hat uns das Heilige Jahr die Frage gestellt: Was gibt mir Hoffnung? Wo liegen die Quellen meiner Hoffnung? Wie kann diese Hoffnung in mir wachsen? Wäre es nicht unsere Berufung als Christen, ein „Leuchtturm der Hoffnung“ zu sein? - Also noch einmal: Wir Christen haben deshalb allen Grund zur Hoffnung, weil diese Hoffnung Jesus Christus heißt und ER der Emmanuel, der Gott mit uns ist und ER uns sein Antlitz zuwendet. Und mit dieser Hoffnung im Herzen beginnen wir auch das neue Jahr 2026. 

 

Und so bete ich jetzt noch einmal ganz bewusst: 

 

Im Namen Gottes fang ich an. Mir helfe Gott, der helfen kann.

So Gott mir hilft, wird alles leicht; wo Gott nicht hilft, wird nichts erreicht.

Drum ist das Beste, was ich kann: Im Namen Gottes fang ich an!

 

Ich wünsche Ihnen allen ein gesundes, friedvolles und gesegnetes neues Jahr 2026!

 

 

Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer

Geistlicher Beirat des Verbandes der Krippenfreunde Österreichs

  

Maria Mutter Gottes - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs
Maria Mutter Gottes - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs