Gedanken zum Neujahrstag 2022


Liebe Krippenfreundinnen!

Liebe Krippenfreunde!

 


Der Neujahrstag hat kirchlicherseits mehrere Inhalte. Die Kirche feiert ihn als Fest der Gottesmutter Maria. Papst Johannes Paul II. hat Neujahr zudem als Weltfriedenstag deklariert und schließlich ist Neujahr der Oktavtag von Weihnachten, d.h. der achte Weihnachtstag und dieser Oktavtag hat in der Kirche immer eine besondere Bedeutung. 

 

Er lädt uns nämlich ein, noch einmal darüber nachzudenken, was wir denn vor einer Woche gefeiert haben. Da ist von den Hirten die Rede. Sie eilen nach Bethlehem und finden Maria und Josef und das Kind in der Krippe. Und sie erzählen, was sie über dieses Kind erfahren haben. Und dann heißt es: „Sie priesen Gott, denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war“
(Lk 2,20).  

Pfarrkirche Zirl - Deckenfresko - Foto (c) Klaus Gspan
Pfarrkirche Zirl - Deckenfresko - Foto (c) Klaus Gspan

Genauso wird es wohl auch Maria ergangen sein. Auch sie konnte feststellen: Jawohl, alles, was ihr der Erzengel Gabriel seinerzeit prophezeit hatte, ist eingetreten. Nur mit dem einen Unterschied, dass sie wohl nicht mit so ärmlichen und auch erbärmlichen Umständen ihrer Niederkunft gerechnet hatte.

Was aber war es denn, dass der Engel über dieses Kind gesagt hatte? „Es wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft wird kein Ende haben“
(Lk 1,32f). 

 

Dass Maria im Blick auf ihr Kind in der Krippe über diese großen und gewichtigen Worte des Engels nachgedacht hat, kann man sich vorstellen, oder? Dieses armselige Geschöpf soll tatsächlich der Sohn des Höchsten sein? Da war sicher auch der Glaube Mariens gefordert! 

Maria Verkündigung von Rudolf Millonig - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs
Maria Verkündigung von Rudolf Millonig - Foto (c) Verband der Krippenfreunde Österreichs

Der Neujahrstag ist aber auch der Weltfriedenstag! Was wünschen sich denn die Menschen - besonders in den Krisengebieten der Erde - mehr als Frieden? Dass endlich Frieden einkehren, möge in jenem Land, in dem Jesus geboren wurde. Frieden in Syrien und im ganzen nahen und mittleren Osten. Frieden überall dort, wo die Waffen das Sagen haben. Frieden auch bei uns. Frieden in unseren Familien und auch in der Kirche.  

Und schließlich feiert die Kirche den Neujahrstag als Hochfest der Gottesmutter Maria! Sie steht am Eingang des neuen Jahres. Im Blick auf sie wird uns bewusst, mit welchen Haltungen wir dieses neue Jahr beginnen sollen. Maria hat über die Worte Gottes nachgedacht. Sie hat auf Gott vertraut und sie war treu! 

 

Auch wir sollen nachdenken, d.h. mit Hausverstand und Vernunft ins neue Jahr hineingehen. Denn Hausverstand und Vernunft zeigen uns, worauf es ankommt, was gut oder auch böse ist. Und eine große Portion Gottvertrauen brauchen wir ebenso. Aber auch Treue wünsche ich uns; dass wir in großer Treue zu Jesus stehen, denn ER ist unser Retter!

 

Wenn wir die Haltungen der Gottesmutter Maria, d.h. Hausverstand, Vernunft, Gottvertrauen und Treue ins neue Jahr mitnehmen, dann kann 2022 für uns ein Jahr des Heiles sein und werden!

Madonna im Baumstamm von Johann Puster - Foto (c) Schnitzgruppe Weißkirchen
Madonna im Baumstamm von Johann Puster - Foto (c) Schnitzgruppe Weißkirchen

Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer

Geistlicher Beirat des Verbandes der Krippenfreunde Österreichs