Gedanken zum Hochfest Maria Empfängnis


Hochaltar Marienberg - Foto Peter Mader - Fügen
Hochaltar Marienberg - Foto Peter Mader - Fügen

Liebe Krippenfreundinnen!

Liebe Krippenfreunde!

 

Das Leben ist kein Honiglecken. Das wissen wir. Denn da gibt es nicht nur Freude und Sonnenschein, sondern oft genug auch das genaue Gegenteil. Nur allzu oft spüren wir auch das Böse; und zwar das Böse um uns, aber ebenso in uns! Der Apostel Paulus hat dies in seinem Brief an die Römer so ausgedrückt. „Ich begreife mein Handeln nicht, denn ich tue nicht das, was ich will, sondern das, was ich hasse“ (Röm 7,15). 

 Und genau das ist gemeint, wenn wir von der sog. Erbsünde sprechen. Diese Erbsünde ist keine persönliche Schuld, sondern vielmehr unsere Anfälligkeit für das Böse. Und mit dieser Hypothek behaftet, werden wir alle geboren. D.h. wir werden hineingeboren in eine Welt, in der wir vor dem Bösen nicht verschont bleiben. Dass das so ist, meine ich, spüren wir jeden Tag oder?

 

Doch da gibt es eine ganz große Ausnahme. Und die heißt Maria! Maria ist nämlich der einzige Mensch, der von dieser Verstrickung in das Böse verschont geblieben ist, d.h. der ohne diese Erbschuld behaftet geboren wurde. - Und genau das feiert die Kirche jedes Jahr am 8. Dezember mit dem Fest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria! 

Und wieso wurde Maria von der Erbschuld bewahrt? Weil sie eine einzigartige Berufung hatte. Sie sollte nämlich den Sohn Gottes auf die Welt bringen. Dass der Sohn Gottes aber nicht von einem sündigen Menschen geboren werden konnte, ist einsichtig oder? Darum wurde Maria vor jeder Sünde bewahrt.

 

Und so grüßte sie der Engel Gabriel auch mit den Worten: „Du bist voll der Gnade!“ Der gläubige Volksmund hat dies im Lied so ausgedrückt: „Ganz schön bist du, o Maria. Und der Makel der Erbsünde ist nicht an dir. Du bist der Ruhm Jerusalems, du die Freude Israels, o Maria!“

 Maria ist also die ganz Schöne und Reine, die Sündenlose, eben die zweite Eva, wie sie auch genannt wird. Das ist der Glaube, den wir am großen Marienfeiertag im Advent feiern. Dieser Glaube kommt auch in den Kirchenliedern zum Ausdruck, die wir das Jahr über singen. So z.B. im Marienlied: „Wunderschön prächtige“. Dort heißt es in der 2. Strophe: „Vor dem verderblichen Makel der Sterblichen hat dich die Allmacht des Vaters bewahrt!“ Genau das ist es, was die Kirche von Maria bekennt und was wir am 8. Dezember feiern.

 

Doch was hat das mit uns und unserem Leben zu tun? Um es kurz zu sagen: Was Gott an Maria getan hat, das hat er auch an uns getan und zwar in der Taufe! In der Taufe hat Gott auch uns als seine geliebten Kinder angenommen. In der Taufe hat er uns von der Erbschuld befreit. In der Taufe hat er uns seine grenzenlose Liebe geschenkt. In der Taufe hat er uns zu einem Leben mit IHM erwählt und bevollmächtigt, so wie er es an Maria getan hat. 

Deswegen ist uns Maria ein großes Vorbild, das uns die Kirche mit diesem Festtag vor Augen führt. Wir sollten sie nicht nur bewundern, sondern vor allem versuchen, sie nachzuahmen! 

                                                                            

 

Weihbischof Dr. Hansjörg Hofer

Geistlicher Beirat des Verbandes der Krippenfreunde Österreichs