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DER KRIPPENZAUN
Kaum eine Krippe ist ohne Zaun. Er wirkt als schützende
Schwelle zwischen Krippenwelt und Realität. Symbolisch
gesehen erkennt man im Zaun zugleich Zweck und Zeichen.
Einerseits wirkt er als schützende Schwelle zwischen
Erde und Paradies, zwischen Gestern und Morgen, andererseits
verdeutlicht er Realität und Lebenswahrheit.
Sogar der Zaun vor unserer Krippe mahnt uns, bis hierher
und nicht weiter. Es gibt so viele Zaunarten. Schon
aus diesem Grund ist es nicht immer leicht, „den
Richtigen“ für seine Krippe auszuwählen.
In der orientalischen Krippe findet man in der Regel
keinen Holzzaun. Da werden Mauern, Einfassungen, Aufgänge
und Abgrenzungen mit Steinen gebaut. Zum Gegensatz
der orientalischen Krippe findet man kaum eine heimische
Krippe ohne einen Holzzaun. An alten Bauernhöfen
und Stadeln, an Haus- und Obstgärten, aber meist
am Wegrand entlang stößt man heute noch
auf verschiedenste Zauntypen. Für den Krippenbauer
ist es eine wahre Freude, wenn die Augen dabei brauchbare
Details erspähen, die sich im Krippenbau umsetzen
lassen. Denn sie sind neben der eigenen Phantasie
die unerschöpfliche Quelle an Ideen, die gerade
den Liebreiz einer heimischen Krippe
ausmachen.

Eine früher gebräuchliche, heute eher seltene
Zaunform ist der Schrankzaun. Wie der Name schon sagt,
ist er mit dicht verschränkten, mittels Holzschlägel
kreuzweise in den Boden geschlagenen „Zaunstecken“
und schräg eingelegten Girscht’n oder Spaltlatten
eine Besonderheit. Seine ausgesprochene Festigkeit
erhält er durch seitlich eingeschlagene Klemmstecken.
Da kommt kein Fuchs und keine Henne durch, so eng
ist er meist gebaut. Auch in der Krippe ist ein Schrankzaun
manchmal zu sehen. Er ist etwas schwierig zu bauen
und verlangt dem Krippenbauer schon einiges Geschick
und Sorgfalt ab. Die Mühe lohnt sich aber.
Auf den Ringzaun, eine leichtere Zaunart, stößt
man in der ländlichen Umgebung heute noch recht
oft. Die unverkennbare Art mit paarweise eingeschlagenen
Stecken wird mit sogenannten „Ringästen“
oder Zaunringen zusammengehalten. Durch Bähen
über dem Feuer werden feucht gehaltene Fichtenäste
geschmeidig gemacht, und so zu „Zaunringen“
zusammengedreht. Als Querlatten sieht man meist Stangen.
Aber auch Bretter die zwischen den paarigen Säulen
eingeklemmt werden, sind keine Seltenheit.
Der Ringzaun - einfach zu bauen - soll hier vorgestellt
werden. Dazu zeichnen wir paarweise die Zaunsäulen
(Abstand ca. 1,5 cm ) auf den vorgesehenen Platz und
bohren jeweils zwei 5mm Löcher in die markierten
Stellen. Der Abstand zum nächsten Säulenpaar
ist ca. 6 - 7cm. Von Almrosenstauden oder ähnlichen
nicht zu geraden Ästchen brechen wir Zaunstecken
in die richtige Länge (Nicht zu kurz, sie
sollen schön über den fertigen Zaun ragen!).
Vorne nimmt man dünnere Zaunsäulen, für
die hintere Reihe die Stärkeren. Nun werden sie
etwas zugespitzt und in die Bohrungen geleimt. Nun
nehmen wir von einer alten Dachschindel (oder ähnlichem),
einige abgespaltene Brettchen und schieben sie zwischen
die beiden Zaunsäulen
und zwar so, dass sie schräg nach unten stehen
und am Boden aufliegen. Als Befestigung drücken
wir einfach, wie auf dem Bild zu sehen ist, einen
kleinen vorgefertigten Zaunring über das Säulenpaar.
Die kleinen Ringe werden aus dünnem Peddigrohr
oder wenn sie zarter ausfallen sollen, aus in Leim
getränktem, starkem Spagat zusammengedreht. Der
Zaun wird zum Abschluss mit Wachsbeize gestrichen.
Durchs Trocknen entstehen kleine Wasserflecken, die
den Zaun ziemlich alt und abgewittert aussehen lassen.
Peter Schrettl
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