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Zierbretter
an Dachpfetten
Liebe Krippenfreunde!
Seit vielen Jahren verbringe ich meinen Urlaub im
Zillertal! Den erfreulichen Anblick der mit Blumen
geschmückten Häuser, die saftigen Wiesen,
die Berge - dies alles nimmt man im Laufe der Jahre
als gegeben hin. Als Krippenbauer galt heuer mein
Interesse besonders den Dachverzierungen an den Giebelfronten
der alten Bauernhäuser und Stallgebäude.
Mir fielen dabei besonders die vielen Formen der Pfetten-Abdeckbretter
und deren Verzierungen auf. Hinterfragt auf ihre Bedeutung
erfuhr ich, dass sie nicht nur vor Wind und Wetter
das Hirnholz (Stirnfront der Pfetten) schützen,
sondern vielfach aus Furcht vor Gefahren (Feuer, Sturm,
Blitzschlag) oder zur Abwehr vor übernatürlichen
Kräften, wie Geister und Dämonen angebracht
wurden. Die Zimmerleute verfügten seinerzeit
über eine Vielzahl von Schablonen und Musterblättern
von Pfettenbrettern, Balkonbrettern und Zierleisten.
Durch Verwendung von diesen kunstvoll gestalteten
Verzierungen wurde nicht nur das Erscheinungsbild
eines einzelnen Bauernhofes sondern einer ganzen Region
mitgeprägt. Vielleicht dienen meine Wahrnehmungen
dazu, bei der Gestaltung heimatlicher Krippen mit
einigen Anregungen zu helfen!
Johann Vodicka
Krippenverein Vösendorf
Holzeimer
(Zuber, Kübel)
Als Beitrag für diese aufschlussreiche Serie
möchte ich euch ein leicht nachzubauendes Krippenzubehör
vorstellen, den Holzzuber auch als Melkkübel
bekannt. Eine reizende Kübelart, die auf unseren
heimatlichen Krippen immer wieder gern gesehen ist.
Die Arbeitsanleitung soll an 5 mit Nummern versehenen
Bildern gezeigt werden. Man benötigt dazu ein
3–4cm, durchgebohrtes Holzstöckchen, dessen
Faserrichtung vertikal verläuft (Bild 1). Mit
einer Laubsägemaschine (geht aber auch mit dem
Handbogen) wird der Kübelrohling entlang der
gezeichneten, ovalen Linien ausgeschnitten. Der Sägetisch
wird dazu ca. 5° Grad schräg gestellt um
eine nach unten enger werdende Form zu erhalten. Vor
dem Zuschneiden wird das Laubsägeblatt durch
das Bohrloch gesteckt und festgespannt. Zuerst wird
die Kübelinnenseite ausgeschnitten. Der ausgeschnittene
Kern wird nicht gebraucht! (Bild 2) Es ist zu beachten,
dass der Schnitt nur auf einer Sägeseite geführt
wird. Mit dem nächsten Arbeitsgang wird der äußere
Ring geschnitten. Das auf Bild 3 gezeigte Holzstück
ist ebenso Abfall! Was bleibt ist der so entstandene
Kübel. (Bild 4) Er wird mit einem Schnitzmesser
weiterbearbeitet und beliebig in Form gebracht. Den
Boden mache ich immer aus einem ca. 3mm starkem Hirnholz
– dieses Holz lässt sich leichter einpassen
- und setze diesen mit etwas Leim an der Unterseite
ein.

1. Holzstöckchen, gebohrt und aufgezeichnet
2. Kübelinnenteil (Abfall!)
3. Restholz (Abfall!)
4. Der so entstandene Kübelrohling zum Weiterbearbeiten!
5. Der fertige Kübel!
Gutes Gelingen wünscht euch
Krottendorfer
Fritz
Krippenverein Vösendorf
Weintraubenbäume
Ja, ihr habt schon richtig gelesen! Bäume aus
dürren Reben. Wie ich dazu kam?
Dies möchte ich euch erzählen! Im Spätherbst,
ich glaube es war schon Mitte November, fuhr ich einige
Tage ins Burgenland. Das Wetter war nicht gerade freundlich.
Eher„Nass-Kalt“ könnte man sagen,
oder einfacher noch, es war ein richtiges Sauwetter.
Ich fuhr mit dem Wagen am Seeufer entlang und kam
an Weingärten vorbei, deren Laub schon längst
abgefallen war. Wie schwarze Hirschgeweihe ragten
die Weinstöcke gespenstisch in die aufsteigenden
Nebel des Neusiedlersees. Immer wieder sah ich im
Vorbeifahren dunkle und wie ich annehmen musste, verfaulte
Weintrauben an den Stöcken hängen, die bereits
vergessen waren und in diesem Zustand keiner mehr
haben wollte. Ich wurde neugierig, blieb stehen, schaute
mir diese schwarz-braunen Knäuel etwas näher
an und bemerkte, dass diese abgestorbenen Reben nicht
faul, sondern ausgetrocknet waren und eine tolle,
ja sogar stabile Form hatten. Was könnte man
damit machen war mein erster Gedanke? Ich drehte sie
einige Male hin und her und erkannte plötzlich
die Form eines Baumes. Ja, genau ein Krippenbaum!
Aber nicht in jede Krippe würde dieser Traubenbaum
passen hörte ich schon kritische Krippeler sagen?
Der Fantasie sind aber bekanntlich keine Grenzen gesetzt
und in der Krippe schon gleich gar nicht! Auch in
welcher Krippe er passen könnte, wird sich noch
herausstellen. Und wenn man ihm mit etwas Farbe noch
etwas nachhilft, findet ein cleverer „Krippeler“
mit Sicherheit einen richtigen Platz, würde man
zumindest bei uns in Tirol sagen. Es bedurfte in diesem
Fall keiner langen Erklärung, über ein Wie
und Wo könnte man… vielleicht in eine Kastenkrippe?
...oder?… Ich nahm einige solcher Bäume
auf alle Fälle mit nach Hause. Man wird sehen!
Die Weintraube ist ja bekanntlich eine Pflanze mit
großer Symbolhaftigkeit, auch in der Krippe
könnte ich sie mir vorstellen. Vielleicht hat
jemand eine besondere Idee wie man für einen
Traubenbaum eine passende Krippe und einen würdigen
Stellplatz finden könnte.
Walter Rauscher
Krippenverein Wörgl
Schnee der
Winterkrippe
Herzlichen Gruß aus Steyr. Die gestellte Frage,
wie man am besten Schnee machen kann, habe ich für
mich wie folgt gelöst: Du baust die Krippe nach
deiner Vorstellung. Wenn die Krippe fertig ist, bestäubst
du sie mit Leimwasser. Als Zerstäuber kann man
einen Behälter (Zerstäuber) von Fensterputzmittel
benützen. 10 zu 1 mischen und ca. 2 - 3 Minuten
rasten lassen, damit sich das Leimwasser auf der Krippe
festsetzen kann. Dann mit einem feinen „Teesieberl“
Alabastergips (wie Mahlzucker) über die Krippe
stäuben. Dann wieder etwas Wasser darüber
blasen. Den Vorgang so oft wiederholen, bis die gewünschte
Schneehöhe erreicht ist. Wenn der Gips trocken
ist, nochmals mit Leimwasser übersprühen
und dann mit dem „Teesieberl“ zerriebene,
silberne Christbaumkugeln (nur wenig) drüberstreuen.
Der Schnee flimmert dann leicht. Wenn du den Schnee
etwas seitlich auftragen willst, dann die Krippe einfach
schräg stellen.
Josef Seidl,
Steyr
Süßer
Krippenschnee
Mit Vorliebe baue ich Schneekrippen. Auf die Anfrage
aus welchem Material man am besten Schnee machen kann,
möchte ich folgenden Beitrag dazu leisten. Der
Aufbau einer Schneedecke mit Styropor oder ähnlichen
Material dürfte in Krippenkreisen ja bestens
bekannt sein. Nach dem Aufbringen einiger „Schneewehen“
mittels Spachtelmasse (z.B. Uniflott) streicht man
die gesamte Winterlandschaft wie üblich mit weißer
Dispersionsfarbe. Nach dem Trocknen wird mit einem
Schüttelsieb - wie man es aus der Küche
zum Sieben von Mehl kennt - Staubzucker aufgepudert.
Das klingt fürs erste etwas verrückt. Man
erhält aber durch diese Methode nicht nur eine
große Natürlichkeit, sondern viel mehr
eine täuschende Ähnlichkeit mit Schneekristallen.
Ähnlich einer Krippenlandschaft, die mit Krippenstreu
begrünt wird, erhält man mit Staubzucker
eine perfekte Winterlandschaft. Ihr werdet staunen!
Zum Schluss lässt man etwas silbrigen Glimmer,
mit dem die Frauen ihre Augenlieder im Karneval zum
Glänzen bringen, über die Schneedecke rieseln.
Jetzt erst sollten die Figuren aufgestellt werden.
Einzige Bedingung: Keine Feuchtigkeit! Am Ende der
Krippenzeit saugt man den Staubzucker einfach wieder
von der Krippe!
Manfred Stöckle
Mönchberg / Aschaffenburg
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