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DIE SCHNEEKRIPPE
Mit dem Flackern der ersten Adventkerze beginnt für
den Krippenfreund eine besondere Zeit, die Krippenzeit.
In höheren Regionen liegt bereits Schnee und bald wird
das Alpenland zur Jahreszeit passend mit einer weißen
Decke überzogen sein. Manch Krippenbauer versucht daher
seine Krippe dieser Zeit anzupassen. Auf vielseitigen Wunsch
möchte ich daher, passend zu der kommenden Jahreszeit,
einen Beitrag über den Bau einer Schneekrippe für
interessierte Krippenfreunde bringen. Der Bau einer Winterbzw.
Schneekrippe unterscheidet sich vomüblichen Krippenbau
nur durch ein paar typische Merkmale. Es soll hier gezeigt
werden, wie man ein Schneedach, eine Winterlandschaft oder
gläserne Eiszapfen macht, die diesen kleinen aber entscheidenden
Unterschied ausmachen. Grundsätzlich ist der Bau einer
Winterkrippe von der Grundplatte bis zum Dachstuhl nach
den vertrauten Arbeitsabläufen gebaut. Erst beim Dach
weicht man das erste Mal von der üblichen Krippenbauregel
ab. Man ersetzt das Schindeldach durch eine Schneedecke
mit Eiszapfen. Ebenso werden Krippenlandschaft und Bäume
winterlich gestaltet.
Geheimnisvoller Schnee!
Das am meisten verwendete Baumaterial für die Schneedecke
ist Styropor. Er ist leicht zu bearbeiten und sieht durch
Farbe und Struktur einer verschneiten Landschaft täuschend
ähnlich. Styropor ist ein allseits bekannter, weißer
Isolierstoff, der in vielen Plattenstärken im Handel
erhältlich ist. Einige hochwertigere Sorten, die
sich durch höhere Stabilität und Wasserbeständigkeit
bewährt haben, sind durch Farben, wie Rosa, Hellblau
oder Lindgrün gekennzeichnet. Sie sind hervorragend
für unsere Zwecke geeignet. Schauen Sie auf einer Baustelle
um Abfallstücke.
Aber beginnen wir
der Reihe nach!
Ist der Bau der Krippe bis zum Dachstuhl (ohne Dachdeckung)
abgeschlossen, sind Mauern und Gelände verputzt, dann
beginnt die winterliche Gestaltung. Überlegen Sie,
wenn es richtig schneien würde, wo sich auf der Krippe
Schnee ablagern würde? Genau nach diesen Erkenntnissen
versucht man mit zugeschnittenen Styroporplatten, Dach und
Gelände zu verkleiden. Schneiden Sie mit einem möglichst
großen, scharfen Messer aus einer ca. 3-5 cm starken
Styroporplatte alle erforderlichen Teile für die Dachfläche
zurecht. Nach einer Passprobe bricht man Kanten und Ecken
und versucht das Ganze mit etwas Phantasie in Form zu bringen.
Eine Holzraspel eignet sich gut zur Bearbeitung der Styroporteile.
Mit einer streichbaren Mörtelmasse aus Leimwasser und
Grundkreide werden sämtliche Dach und Geländeteile
gestrichen.

Mit der Holzfeile raspelt man Rillen und Rundungen, passt
einzelne Stücke zusammen und befestigt alle Teile mittels
Kaltleim – Achtung keine Heißklebepistole! -
auf den Dachstuhl. In gleicher Weise wird das Krippengelände
gestaltet. Erhebungen und Steine werden mit Styroporhauben
versehen und das Gelände in eine wellenförmige
Winterlandschaft geformt. Der Phantasie sind keine Grenzen
gesetzt. Übertreiben Sie aber nicht mit zu üppigen
Schneemassen. Sind alle Teile am Krippendach und Gelände
befestigt, gibt man ihnen mit der Raspel oder einem Stück
groben Glaspapier den letzten Schliff. Rühren Sie aus
Leimwasser und Grundkreide (Krippenmörtel ist jedem
Krippenbauer ein Begriff!) eine dickflüssige Masse
und streichen damit alle Teile, die ein Winterkleid erhalten
sollen. Zuvor wird jedoch die Krippe kräftig abgeblasen,
mit Leimwasser zur besseren Haftung bestrichen und alle
Spalten mit einer dickeren Mörtelmasse zugestrichen.
Nach dem Trocknen wird die Winterlandschaft mit weißer
Dispersionsfarbe gestrichen. Versuchen Sie in die noch nasse
Farbe an den unteren Kanten mit zarten blau und grün
Tönen (Pulverfarben mit Dispersion vermischen) Schattierungen
zu malen. Achtung, auch hier nicht übertreiben und
auf keinen Fall zu kräftige Farbtöne verwenden!
Die Krönung der Schneekrippe sind die gläsernen
Eiszapfen!
Abschließend kommt es zur Krönung der Schneekrippe.
Sie wird mit gläsernen Eiszapfen geschmückt! Schneiden
Sie von einem Stück Fensterscheibe mittels Glasschneider
einige Streifen von 3-4 mm Breite zu (Oder gehen Sie einfach
zum Glasermeister um dünne Abfallstreifen). Halten
Sie einen Glasstreifen mit beiden Händen an den jeweiligen
Enden in die Flamme eines Gasbrenners (Lötlampe) und
erhitzen das Mittelstück so lange, bis bei ca. 900°
Grad Celsius das Glas zu schmelzen beginnt.

In diesem zähflüssigen Zustand drehen Sie mit
einer Hand das Glasstäbchen unter gleichzeitigem Auseinanderziehen
zu einem Eiszapfen. Das gläserne Fadenende wird am
fertigen Zapfen nochmals in die Flamme gehalten, um so durch
einen winzigen Schmelztropfen die scharfe Spitze zur eigenen
Sicherheit abzurunden. An die vorgesehenen Stellen sticht
man mit einem spitzen Gegenstand oder Vorstecher ein Loch
ins Styropor und befestigt die zu recht gezwickten, gläsernen
Eiszapfen mit etwas Kaltleim.
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