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Krippenbäume - Teil
2
Im letzten Krippenfreund wurde über Krippenbäume
allgemein, besonders aber über den Laubbaum berichtet,
der sowohl für heimische als auch für orientalische
Krippen in gleicher Weise verwendbar ist. Im 2.Teil soll
den heimischen Nadelbäumen, aber vor allem den orientalischen
Krippenbäumen besondere Aufmerksamkeit gelten. Wer
kennt sie nicht, die spitzen, dunkelgrünen Zypressen,
die weithin sichtbar die Landschaft auf bizarre Art prägen.
Oder jene Schirmpinien, die zwar unseren Kiefern ähneln
aber trotzdem den nötigen Hauch von Orient nicht verbergen
können. Genau darum geht es im heutigen Beitrag! Richtige
Baustile und Landschaftsformen zu finden sind eine Sache,
aber auch richtige Bäume zu verwenden sind Voraussetzung,
um einer Krippe die glaubhafte Stilrichtung zu geben. Den
Krippenbäumen kommt gerade deshalb besondere Bedeutung
zu.
Nadelbäume
Dem Nadelbaum begegnet man auf der Krippe eher selten. Nicht
zuletzt durch den Mangel an geeignetem Nadelmaterial und
der aufwendigen Verarbeitung stellen diese Bäume eine
Rarität dar. Man unterscheidet im Krippenbau den schlanken
Nadelbaum von der zerzausten Wettertanne nicht nur im Aussehen,
sondern auch in de unterschiedlichen Bauweise.
Was braucht man zu
einem Nadelbaum?
Ein abgestorbenes Tannen- oder Fichtenbäumchen, oder
einen passenden, cirka 25-30cm langen, konisch verlaufenden
Zweig als Stamm. An der Spitze sollte er nicht stärker
als 3-5mm sein. Vom Sadebaum passende Zweige. Etwas Leim,
einen 3mm Bohrer, ein scharfes Messer, etwas dunkle Beize
und einen Pinsel.
So wird’s gemacht
Setzen Sie kleine Zweigspitzen vom Sadebaum oder im Volksmund
auch „Säfen“ genannt, mit etwas Leim in
die schräg in den Stamm gebohrten Löcher (siehe
Zeichnung!), und achten darauf, dass die Zweiglein zur Baumwurzel
hin stärker und buschiger werden. ( Auch der aus unseren
Ziergärten bekannte Wacholder oder einige Zedernarten
sind alternativ brauchbar.) Helle Stellen werden mit Beize
abgedunkelt. Bei der Wettertanne verhält es sich etwas
anders. Sie ist ein im Gebirge meist alleinstehender, ruppiger
Nadelbaum, der, wie der Name schon sagt, dem rauen Klima
besonders angepasst ist. Auch dazu eignet sich ein kleines,
bereits abgestorbenes Fichtenbäumchen. Auf deren Ästen
werden Streifen von getrocknetem Zupfmoos aufgeklebt um
sein etwas eigenwilliges Aussehen auszudrücken.
Tipp
Es lohnt sich Zweige und schwer erhältliches Pflanzenmaterial
haltbar zu machen bzw. sie zu präparieren. Anweisungen
dazu wurden bereits im Krippenfreund Ausgabe September 2001,
Nr. 3 (333)-Jahrgang 88 auf Seite 46 ausführlich beschrieben.
Orientalische Bäume
Der Ölbaum ist neben der Palme der wohl bekannteste,
orientalische Baum. Er bedarf daher auch keiner besonderen
Vorstellung. Man erzählt sich, dass einige dieser existenten
Riesenbäume am Ölberg bereits vor mehr als 2000
Jahren Zeitzeugen Jesu waren. Bei der Akazie handelt es
sich um einen weit verbreiteten Baum, der bevorzugt in Tropen
und subtropischen Gebieten vorkommt. Die Schirmakazie ist
als Charakterbaum bis nach Ostafrika von besonderer Bedeutung.
Auch diese Art Laubbaum ist für die Krippe nicht schwer
nachzubauen, wenn man versucht, den im vorigen Kapitel „Krippenbäume
Teil 1“ beschriebenen Laubbaum ein möglichst
schirmförmig, flaches Laubdach zu geben. Von der Ferne
betrachtet sind die Umrisse einer Schirmpinie der flachen
Baumkrone des Akazienbaumes sehr ähnlich. Sie gehören
allerdings in die Familie der Kieferngewächse und sind
ebenso in diesen Regionen beheimatet. Die Zeder, ein immergrüner,
orientalischer Nadelholzbaum hat nicht nur im Süden
sondern auch in frostigeren Regionen Fuß gefasst.
Die sogenannte Libanon Zeder spielte schon im Altertum als
Holzlieferant im Hl. Land eine bedeutende Rolle. Ja man
spricht sogar davon, dass die Krippe des Herrn aus diesem
edlen Holz gezimmert war. Die Zypresse gehört zu den
Zederngewächsen mit nadelförmigen Blättern
und ist ein typischer Baum der Mittelmeerregion bis zum
mittleren Orient. All diese genannten Baumarten, von der
Pinie bis zur Zeder, vom Ölbaum zur Zypresse, symbolisieren
den Baumbestand im Hl. Land und sind daher für unsere
orientalischen Krippen von Bedeutung. Versuchen Sie daher
solche Baumarten möglichst originell für die Krippe
nachzubauen. Es lohnt sich!
Die Zypresse
Zypressen findet man auf orientalischen Krippen recht häufig.
Sie stehen zweifellos für den orientalischen Krippentyp
neben den Ölbäumen an erster Stelle. Viele Krippenfreunde
haben sich mit der Herstellung von Zypressen aus unterschiedlichsten
Materialien, vom Schilfwedel bis zum geleimten „Baumwollstrunk“
beschäftigt und sind teilweise zu guten, aber auch
zu weniger guten Ergebnissen gekommen.
Die folgende Anleitung zur Herstellung von attraktiven Zypressen
liegt nicht so sehr im handwerklichen Können, sondern
einzig und allein an der Verwendung von besonderen Gewächsen.
Wer kennt sie nicht, die „Astilben“, die bescheidenen
Buschpflanzen aus dem Blumengarten. Sie säumen mit
ihren zartrosa bis weiß blühenden Blütenwedeln
Rabatte und Gartenwege. Sie eignen sich hervorragend für
Zypressen. Bevor sie allerdings für unsere Zwecke verwendbar
sind, werden sie präpariert ( siehe unter Tipp in diesem
Beitrag!). Durch die Konservierung erreicht man nicht nur
Geschmeidigkeit der Pflanzen, sondern eine Haltbarkeit für
viele Jahre. Die so gewonnene Haltbarkeit für viele
Jahre rechtfertigt somit den beachtlichen Arbeitsaufwand.
So wird’s gemacht
!
Nehmen Sie 5 - 7 Stück präparierte Blütenrispen
(je nach gewünschter Zypressengröße) und
formen unter zu Hilfenahme eines Klebebandes ein gefälliges
Sträußchen. Ziehen Sie mit der Heißklebepistole
entlang der etwas auseinandergedrückten Wedel einen
nicht zu sparsamen Klebestreifen (siehe Zeichnung) entlang
des gesamten Baumes und drücken Sie die Zypresse anschließend
in Form. Gehen Sie dabei behutsam vor und achten Sie auf
den heißen Kleber. (Verbrennungsgefahr!) Nach dem
Festwerden des Heißklebers (einige
Minuten) spritzt oder streicht man die bereits fertige Zypresse
mit einer passenden olivgrünen Farbe. Achtung, die
Farbe nicht zu grell! Verwenden Sie dazu einen dezenten,
dunkleren Farbton! Abschließend ein paar Zeilen zum
Nachdenken!
Sicher ist aufgefallen, dass in diesem Kapitel weder über
Palmen noch Kakteen gesprochen wurde. Zweifellos sind diese
beiden Kultpflanzen orientalische Symbole, stehen auf vielen
Krippen und sind für manche Krippenfreunde der unverzichtbare
Ausdruck von „Orient“! Das ist auch gut so,
denn jeder sollte zu seiner eigenen Vorstellung stehen können.
Man sollte jedoch dazu wissen, dass in Bethlehem, auf dem
Hirtenfeld zu keiner Zeit, auch nicht vor 2000 Jahren, Palmen
oder Kakteen beheimatet waren. Erst viel später wurden
sie durch den Menschen ins Land gebracht und verbreitet.
Sie sind auch heute noch sehr spärlich anzutreffen.
Wer einmal im Hl. Land war, kann dies nur bestätigen.
Kakteen wurden erst zur Zeit nach Kolumbus vor ca. 500 Jahren
von Mexiko eingeführt und in Palästina bekannt.
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