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Krippenbäume - Teil 1

Immer schon ist den Bäumen auf der Krippe eine besondere Bedeutung zugekommen. Sie beeinflussen den Gesamteindruck der Landschaft, und geben einer Krippe nicht nur Natürlichkeit, sondern helfen durch ihre Eigenart den Krippentyp zu betonen. Man denke an Palmen, die zwar in Bethlehem nicht vorkommen, aber unverkennbar ein orientalisches Symbol darstellen. Im Allgemeinen werden Krippenbäume dem Sammelbegriff„Krippenbotanik“ zugeordnet, der jedem Krippenfreund geläufig ist.

Dabei unterscheidet man sowohl natürliche Pflanzenteile, wie Bäume , Äste, Wurzeln usw., als auch künstlich hergestellte Teile, ich denke vor allem an Palmen und Kakteen, die allerdings nur auf einer orientalischen Krippe zu finden sind. Ordnen wir also die in Frage kommenden Baumarten den jeweiligen Krippentyp zu. Zypressen, Palmen, Kakteen, Pinien oder Zedern stehen für die orientalische Krippe, Nadelbäume wie Fichten und Wettertannen, aber vor allem Laubbäume für die heimische Krippe. Lediglich im Laubbaum finden wir eine Ausnahme. Bei ihm hat man das Gefühl, egal auf welche Krippenart er gestellt wird, nichts falsch machen zu können und auch keinen Stilbruch zu begehen.

Auf der heimatlichen Krippe sieht man in ihm den Apfelbaum, Symbol der Fruchtbarkeit und auf der orientalischen die Schirmpinie oder den alten Kultbaum, bekannt als Ölbaum. Befassen wir uns daher im ersten Teil mit dem Baum, der auf allen Krippen eine bedeutende Rolle spielt.

„Der Laubbaum“
Findet man mit etwas Glück einen brauchbaren Stamm für den Krippenbaum, mit schöner Verästelung und passendem Durchmesser, sind trotz allem verschiedene zusätzliche Pflanzenteile notwendig, bis er den allgemeinen Vorstellungen entspricht. Man denke nur an das Laubwerk eines Buchenbaumes, dessen natürliches Laub um das 10fache zu groß wäre. Es gibt daher bestimmte Pflanzen, die sich besonders
für die Belaubung eignen. Koniferenzweige oder Hirschheiderich sind nur einige Beispiele. Aber davon etwas später.

Auch verschiedene Wurzelteile werden gebraucht, um den Baumstamm richtig zu setzen und zu verkleiden. Teilen wir daher die Entstehung eines Krippenbaumes in 3 Abschnitte.
1. Der Stamm
2. Wurzeln und Äste
3. Die Belaubung

1. Der Stamm
Haben wir also einen brauchbaren Baumstamm gefunden, gibt es zwei Möglichkeiten ihn zu befestigen. Bohren Sie an die vorgesehene Stelle der Grundplatte und in die Unterseite des Stammes ein 6mm Loch und befestigen ihn mittels geleimten Holzdübel, oder setzen ihn einfach mit einer schräg angesetzten Schraube und etwas Leim auf die Platte.



2. Wurzeln und Äste
Ist der Stamm montiert, werden zugeschnittene Wurzelstücke vom Boden zum Stumpf geleimt. Sie lassen auch einen weniger attraktiven Baum zum Blickfang auf der Krippe werden. Im Zuge der Geländearbeiten werden mit Mörtel Verbindungsstellen zwischen Wurzeln und Stamm zugestrichen



3. Belaubung
Der Baumstamm ist bereits montiert. Als Laubwerk verwendet man unter anderen das in Krippenkreisen bekannte Alpenstäudlein „Den Hirschhoader“. Er wächst auf Urgestein, oberhalb der Baumgrenze ab 1.800 Meter, schlängelt sich flach am Boden und auf Steinen, und bildet dichte Polster zwischen Flechten und Besenheide. Diese mit winzig ovalen Blättchen bewachsenen Zweige werden flach und nicht zu dicht auf die abstehenden Äste der Krippenbäume gelegt. In kürzester Zeit erhält man auf diese Art einen brauchbaren Baum.
Nicht nur die Alpenazalee ( Loiseleuria procumbens) ist aber für das Laub der Bäume geeignet. Auch andere kleinblättrige Pflanzen werden gerne verwendet. Preiselbeere, Besenheide, Krähenbeere, aber auch einige Moosarten sind durchaus dazu geeignet. Die Haltbarkeit des „Hirschheiderich“ kann mit ca. 2 Jahren angenommen werden. Im konservierten Zustand erhöht sich seine Haltbarkeit auf das 3fache. Daher ist es ratsam, die Möglichkeit wahrzunehmen und seltene Krippenstauden haltbar zu machen (Präparation).



Alternative: Was tun ohne Baum?
Haben Sie keinen passenden Baum zur Verfügung, versuchen Sie aus mehreren Zweigen, Wurzeln und Astteilen ein Krippenbaum zusammenzustellen. Man befestigt fehlende Äste am besten mittels Holzdübel an die vorgesehenen Stellen des Baumstammes. Auch hier werden Spalten mit Krippenmörtel zugeschmiert. Nach dem Bemalen lassen sich derartige Reparaturstellen kaum erkennen.