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Die Höhle, der Stall
Egal ob heimatlich oder orientalisch. Eines haben unsere
Krippen meist gemeinsam, einen Stadtteil, ein Hirtenfeld
und eine Geburtshöhle. Die geheimnisvolle Höhle
oder der Stall stehen dabei im Mittelpunkt. Alles dreht
sich um diese Stelle, alles dreht sich um den Ort der Geburt.
Als die Krippe am Beginn des 17 Jh. in unserem Land Einzug
hielt, war von Stilrichtungen, heimatlich oder orientalisch,
wie wir sie heute kennen,überhaupt keine Rede. Man
kannte ja zu dieser Zeit dieses geheimnisvolle Land bestenfalls
aus der Bibel.
Einem Gespräch hörte ich einmal zu. Es handelte
um Stilrichtungen. Um heimatlich und orientalisch ging es
dabei und man stand sich teilweise sehr kritisch gegenüber.
Es ging darum, dass die Bezeichnung Stall oder Höhle
einer Zuordnung unterliegen. Für heimatlich käme
Stall, für orientalisch Höhle in Frage. Einfach
lächerlich, der Stall oder die Höhle dachte ich
mir. Beide symbolisieren den Viehstall, in dem Christi Geburt
in der Hl. Nacht stattfand. Und eines ist sicher und ich
glaube dabei sind wir uns einig. Der Stall, die Höhle
oder wie immer der Ort der Geburt heißen mag, ist
immer Mittelpunkt einer Krippe. Obwohl man über Standpunkte
lange diskutieren könnte, soll man sich über weit
Wichtigeres im Krippengeschehen Gedanken machen. Wo stehen
Stall oder Höhle. Im Zentrum der Krippe stehen sie,
im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit müssen sie liegen,
egal ob heimatlich oder orientalisch.
Freunde der heimatlichen Krippe haben Ideen und Vorstellungen
nach ländlichen Baustilen ausgerichtet und sozusagen
den „Heimvorteil“. Alte Bauten, Höfe, Ställe
und Hütten geben Vorlagen vor Ort und es ist eigentlich
recht einfach, in unserem Land immer wieder neue Motive
zu finden. Allgemein gesehen ist aber die Landschaftskrippe,
eine ausgewogene Einheit. Sie besteht aus dem Stall im Mittelpunkt,
dem Hirtenfeld und einem Stadtteil, bei der die Tiefenwirkung
durch Staffelung der Ebenen und durch den Abschluss eines
Hintergrundes angestrebt wird.
Orientalische Krippen sind wie der Name schon sagt, in der
Bauweise etwas anders, einfach orientalischer. Man sollte
Bethlehem sehen. Ein stark geprägtes Land durchzogen
mit kargen, spärlichen Viehweiden, steinigen Böden,
durchlöchert mit vielen Grotten und Felshöhlen
und es gibt keinen Grund zu zweifeln, dass die Geburt, das
Wunder der Heiligen Nacht nicht in einer solch steinigen
Felsenhöhle am Rande von Bethlehem stattgefunden hat.
Ein Krippenberg soll möglichst naturgetreu auf das
Weihnachtswunder aufmerksam machen und wenn möglich
der Gegend um Bethlehem entsprechen. Der Stadtteil, das
Hirtenfeld und vor allem die Geburtshöhle soll diesem
Landschaftsbild ähnlich schauen. Es ist daher naheliegend,
dass sich die Interessen der orientalischen Krippenbauer
auf den dortigenBaustil um Bethlehem konzentrieren.
Zum Bau einer Krippenhöhle einige Worte! Da sich in
den seltensten Fällen zum Bau einer Höhle eine
Wurzel als Einzelstück findet, versucht man es eben
auf eine andere Art. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten.
Mit kleinen, brauchbaren, sorgfältig zusammengestellten
Wurzeloder Schwemmholzteilen geht dies eben so gut wie mit
großen Stücken. Etwas Mühe lohnt hier besonders.
Natürlich soll sie aussehen wie aus einem Felsen gehauen.
Deshalb sollte man auf keinen Fall aus zu dünnen Materialien
und zweigähnlichen Holzteilen eine Höhle zusammenbauen,
sodass man das Gefühl nicht los wird, vor einem „Haufen
Hirschgeweihen“ und nicht vor einer Krippenhöhle
zu stehen. Aber Spaß beiseite, man sollte sich aber
auchnicht immer gleich mit dem ersten Bauversuch zufrieden
geben und ohne weiteres einen zweiten Anlauf starten. Es
gibt viele Möglichkeiten eine Höhle zu bauen.
Eine vielleicht weniger bekannte, Höhlenart, die mit
geschnittenen Scheiben eines Wurzelstockes
gebaut wird, möchte ich zeigen.
1. Wir nehmen dazu einen etwas unförmigen, gespaltenen
Wurzelstock (Abb. 1) und schneiden ihn mit einer Hand oder
Bandsäge in ungleich starke, 4 - 6cm dicken Scheiben,
wie auf der Zeichnung zu sehen ist.
2. Mittels Leim setzt man diese Scheiben aufeinander (Abb.
2) und dreht jedes einzelne Holzstück (Abb. 3), dass
die Struktur aufeinanderliegenden Steinblöcken ähnelt.
3. Nach dem Festwerden des Leims werden größere
Ritzen und Löcher mit Krippenmörtel ein wenig
zugemauert. Dabei sollte man nicht alles zuschmieren, sodass
eine natürliche Struktur erhalten bleibt (Abb. 4).
4. Zum Schluss wird der hintere, weniger sichtbare Teil
der Höhle mit Rinden oder flachen Holzteilen geschlossen
und dem Gelände angepasst.
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