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FENSTER UND TÜREN
Früher wurden die Fenster aus mehreren Gründen
kleiner gebaut. Im ländlichen Raum meist zum Schutz
vor Fremdlingen und wilden Tieren, aber vor allem waren
die Wohnräume dadurch leichter heizbar. Türen
wurden mit Ornamenten und Volkskunstmotiven verziert und
was man ihnen im ersten Moment nicht ansah, sie waren stark
und wuchtig gebaut und manchmal sogar von innen mit einem
Baum verriegelbar. Vieles ist erhalten geblieben an altem
Kulturgut und trotz neuzeitlicheren Baustilen hat man stets
an alten Traditionen festgehalten. Man könnte sich
ohnehin einen Bauernhof mit großen, sprossenlosen
Fenstern schlecht vorstellen. An seiner Türe erkennt
man den Bauherrn, sagt ein Sprichwort. Ein Markenzeichen
also! Wie lässt sich dieser Sinnspruch aber auf den
Krippenbauer ummünzen. Was bewegt einen, wenn er an
seiner Krippe herumtüpfelt.
Man möchte etwas schöner oder besser machen. Aber
was heißt schöner und besser? Spätestens
hier sollte man ansetzen und nachdenken! Vielleicht hilft
dabei das Sprichwort: „Weniger ist mehr!“ Schönheit
ist nicht gleich Schnörkel und Verzierung! Schön
sein bedeutet mehr, viel mehr! In Schönheit verbirgt
sich das Einfache, das Ausgewogene!
Ein Fenster oder eine Türe in die Krippe zu bauen ist
wirklich keine Kunst über die man groß nachdenken
müsste und trotzdem. Vielleicht ist es einige Zeilen
Wert sich darüber zu unterhalten,über die letzte
Krippentür, die zu wenig oder doch zu viel Schnörkel
verpasst bekam. Oder, ob mit den letzten Fenstern und seinen
rot karierten „Vorhangerln“ nicht doch etwas
zuviel übers Ziel geschossen wurde und hat dies mit
dem Krippengedanken überhaupt noch etwas zu tun? Ist
es nicht so, dass manchmal Phantasie undübereifriger
Gestaltungsdrang sich ins uferlose verirren. Mag sein, dass
ich jetzt etwas übertrieben habe. Ich weiß aber,
dass solche oder ähnliche Beispiele, wenn auch nicht
oft, aber doch immer wieder vorkommen. Darüber sollte
man nachdenken!
Ein Krippeler ist stets erfreut, wenn interessante Details
an Bauernhöfen und Stadeln zu erspähen sind, gleichsam
als Ideenquelle aus der man ständig schöpfen kann.
Ein
„einfaches“ Fenster
In wenigen Schritten möchte ich zeigen, wie ein
einfaches Fenster für eine heimische Krippe gebaut
wird. Man benötigt dazu einige Werkzeuge und einfache
Materialien: Eine kleine Säge, ein scharfes Messer,
eine Schere, etwas Kaltleim und eine Klebepistole. Als
Baumaterial reichen ein paar spaltbare Leisten bzw.
Holzstäbchen, und etwas Celluloid für die
Fensterscheiben (Verpackungsmaterial). Man bestimmt
die Fenstergröße nach Gefühl oder mittels
Krippenmeter und zeichnet die Maße auf die vorgesehene
Wand. (Weichfaserplatte) Die Fensternische verläuft
leicht konisch. Man schneidet daher mit einem scharfen,
leicht schräg gehaltenen Messer die Fensteröffnung
aus. (Abb. 1) Auch eine Stichsäge oder ein scharfes
Stemmeisen ist dazu gut geeignet Die so entstandene
Fensteröffnung ist durch die konischen Schnittführung
an der hinteren Seite etwas kleiner. Das Maß ist
daher neu zu nehmen dem Verputzen von außen gut
zu sehen ist! Aus vorbereiteten, dünnen Hölzchen
schneidet man die Rahmenteile zu (Abb. 2) und befestigt
sie mit Leim oder einer Klebepistole. (Abb. 3) Schaut
man durch die Öffnung auf den Fensterrahmen, sollen
2 - 3 Millimeter Stockholz sichtbar sein. Als Fensterkreuz
oder Sprossen werden dünne Stäbchen oder Zündhölzer
verwendet. (Abb.4) Damit die Glasscheibe montiert werden
kann, beizt man zuvor den kompletten Rahmen mit einer
Körner- oder dunklen Wachsbeize und lässt
alles gut trocknen! Als Fensterscheibe nimmt man, wie
schon erwähnt Celluloid. Ein zähes glasklares
Material, das für viele Verpackungen verwendet
wird. Davon schneidet man ein passendes Stück mit
einer Schere zurecht. (Abb. 5) Möchte man den Effekt
einer zerbrochenen Scheibe, schneidet man mit einem
scharfen Messer oder der Schere noch zusätzlich
einige Spitzen heraus. (Abb. 6) Nach einer Passprobe
klebt man die vorbereitete Scheibe von hinten an den
Fensterrahmen. In kurzer Zeit ist somit ein brauchbares
Fenster fertiggestellt und zum Verputzen vorbereitet.
(Abb. 7) Bildmaterial aus der Filmserie „Aus der
Krippenwerkstatt -Wir bauen eine heimatliche Krippe“.
Bei einem so schönen Anblick einer Eingangsfront
kommt man als Krippenbauer ins Schwärmen. Gerade
die bescheidene Bauart von Fenster und Tür zieht
den Blick auf sich. Man lässt sich von der Einfachheit
ohne Schnörkel bezaubern. Im Krippenbau sollte
man sich daher öfter von dieser geheimen Kraft
leiten lassen, die von der Schlichtheit mancher Dinge
ausgeht.
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