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DAS KRIPPENDACH
Die meisten Hausdächer
im Alpenraum bestanden bis zum Aufkommen von neuzeitlichen
Materialien, wie Blech und Kunststoff, ausschließlich
aus Naturstoffen. Der aus Lehm gebrannte, rote Ziegel hat
in vielen Kulturen Tradition. Nicht nur in längst vergangener
Zeit haben Ziegel immer wieder Verwendung gefunden, sondern
sind heute nach wie vor auf unseren Dächern zu sehen.
Wenn im Schweizer Alpenland das naturbelassene Schieferplattendach
oder in südlichen Ländern Stroh und Schilfdächer
das Landschaftsbild prägen, hat sich im Alpenraum erfreulicherweise
das hölzerne Schindeldach weitgehendst erhalten. Mit
handgespaltenen Lärchenschindeln deckte man bereits
im Mittelalter Höfe und Stallungen. Heute gehört
diese eigenartige, mit Steinen beschwerte Dachart längst
schon zum gewohnten Landschaftsbild. Der Holzreichtum unseres
Landes, die besondere Langlebigkeit und seine herbe Schönheit
sind nur einige Merkmale. Dass uns heute das Schindelholzdach
im Alpenraum immer wieder begegnet, ist daher selbstverständlich.
Daher sollte man sich fast verpflichtet fühlen, eine
heimatliche Krippe mit einem Schindeldach zu bauen. Für
die Dachform und das gesamte Erscheinungsbild einer Krippe
sind nicht nur Mauern und Dachstuhl verantwortlich, sondern
im Wesentlichen die Dachabdeckung. Beim Schindeldach unterscheidet
man zwei Bauarten. Das Lang- und das Kurzschindeldach. Langschindeln
sind 1 bis 2m lange Lärchenbretter. Sie sind als Dachgedeck
nur mehr selten zu sehen. Kurzschindeln sind daher zum Krippenbau
besser geeignet.
Schindelschneiden
Am Beginn legt man die Schindelgröße fest. Im
allgemeinen liegt ihre Länge zwischen 4 und 5cm. Schneiden
Sie aus einem ca. 2cm starken, feinfaserigen und vor allem
astfreien Fichtenholzbrett einige Holzstreifen ab. Von diesen
Holzstöckchen spaltet man mit einem scharfen Messer
dünne Plättchen, die sogenannten Schindeln.
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Abspalten der
Schindeln mit dem Messer oder einer
Schindelmaschine |
Da Schindelschneiden eine zeitaufwändige
Arbeit ist, habe ich den Bau einer Schneidemaschine bereits
im Juniheft 2003 ausführlich beschrieben.
Die
Dachlattung
Bevor ein Dach mit Schindeln gedeckt werden kann, müssen
Dachlatten angebracht werden. Dachlatten, auch Kontralatten
genannt, sind dünne Querleisten von ca. 6 x 3 mm, auf
denen die Schindeln befestigt sind. Wie viele Latten braucht
man dazu?
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Zur Befestigung
der Schindel wird auf das Dach eine
Kontralattung angebracht |
Da die Schindellängen bereits
feststehen, ist die Ermittlung der Lattenabstände einfach.
Teilen Sie die Dachlänge durch die Schindellänge
und schon haben Sie die Anzahl der notwendigen Schindelreihen
bzw. Querlatten. Man legt die Latten quer zu den Sparren
und befestigt sie in gleichen Abständen.
Dachdecken
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Das Schindeldach
wird von unten beginnend verlegt |
Die Querlatten sind befestigt! Schindeln,
Leim und Werkzeuge sind bereitgestellt. Beginnen Sie mit
dem Auflegen der untersten Reihe. Dazu streicht man etwas
Leim auf die Dachlatten legt eine Schindel neben der anderen,
bis die erste Reihe vollständig ist. Darüber legen
Sie in der selben Arbeitsweise die zweite Reihe usw. Mit
der letzten, der sogenannten Giebelzeile ist die Dachfläche
gedeckt. Achten Sie darauf, dass die Schindeln unterschiedlich
breit sind. Meist bricht man sie mit der Hand oder einer
Flachzange in schmälere und breitere Teile. Glatt geschnittene
Schindeln lassen ein Dach fad und eintönig wirken!
Brechen Sie daher die Schindeln nicht nur in der Breite,
sondern auch in der Länge. Die Bruchstellen geben dem
Schindeldach Natürlichkeit. Achten Sie weiter darauf,
dass die Schindelreihen nicht zu gerade und strichgenau
verlegt werden! Setzen Sie eine Schindel etwas zurück,
die andere ein wenig vor, sodass eine unregelmäßige
Abschlusslinie entsteht. Bei dieser Arbeit sollte man mit
etwas Gefühl vorgehen und nicht übertreiben.
Da Schindelschneiden eine zeitaufwändige
Arbeit ist, habe ich den Bau einer Schneidemaschine bereits
im Juniheft 2003 ausführlich beschrieben.
Giebellatten
Den Giebel schließen wir mit einer Firsthaube. Dazu
nimmt man zwei dachlange, am besten abgespaltene Brettchen,
die mit den Kanten das Dach abschließen. Presslatten
und Dachsteine. Damit ein Schindeldach dem Wind und Wetter
standhalten kann, wird es beschwert. Dazu werden Schindelsteine
verwendet. Die schwersten Steine liegen an gefährlichen
Stellen. Längs des Firstes und an den Dachsäumen,
wo ein Aufreißen durch den Wind am leichtesten möglich
ist sind sie besonders wichtig. Man verlegt quer zu den
Schindelreihen Rundhölzer oder Stangen, die durch das
Gewicht der Steine nicht nur die Schindeln niederschweren,
sondern den Druck auf das Dach gleichmäßig verteilen.
Nach derselben Methode wird auch das Krippendach beschwert.
Für die Presslatten genügen 4 – 5 mm dünne
Leisten. Man legt diese quer über das Schindeldach
und befestigt sie mit etwas Leim. Steine werden erst nach
dem Beizen des Dachstuhls auf die Latten gesetzt.
Steinchenmasse
Die Steinchenmasse besteht grundsätzlich aus 4 Bestandteilen:
Grundkreide, Leim, Wasser, Sägemehl oder Holzstaub.
Aus diesen Zutaten wird eine knetbare Masse zusammengemischt.
Sie soll einem Keksteig ähnlich sein und sich gut formen
lassen. Aus dieser Teigmasse formt man kleine Steinchen
in unterschiedlicher Größe und lässt sie
gut trocknen. Nach dem Bemalen setzt man sie mit etwas Leim
auf die bereits montierten Querlatten.
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