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Aus der Serie :GEHST MIT....
....zur Oster-Krippen-Ausstellung in Wörgl
von Fraz Margreiter
Eine angenehme Stille empfängt
den Eintretenden, nur unterbrochen von leisem
Gemurmel der Besucher, wenn er die Pforten zur 2. Tiroler
Oster - Krippenausstellung
im Pfarrkindergarten in Wörgl
besucht. Es ist fast so, als würde
sich der Inhalt der Vitrinen auf das Gemüt der Betrachter
legen, diese fast vor Ehrfurcht
verstummen lassen. In den verschiedensten Varianten werden
hier die Leiden und das Sterben Jesu Christi dargestellt.
Seien es die
eindrucksvollen Fastenkrippen mit ihren 14 Kreuzweg-Stationen,
die vielen Eier - bemalt, bestickt, bedruckt und welche
Techniken es immer sein mögen, mit einzelnen Motiven
aus der Passion Christi oder etwa die Dokumentation einiger
regionaler Osterbräuche von Gerhard Deutsch in einem
eigenen Schaukasten.
Es ist irgendwie anders als bei Ausstellungen von Weihnachtskrippen.
Vielleicht ist es der Umstand, dass hier Leiden und Schmerzen
dargestellt werden?
Vielleicht kann in der Fastenkrippe nicht so sehr das Eigene
in die Krippe hineingelegt
werden, wie in die Weihnachtskrippe? Die Bilder sind ja
durch die Leidensgeschichte vorgegeben, und wer möchte
schon sein eigenes Spiegelbild in der Passion Christi wiedergegeben
sehen. Es entsteht, wenn man die Mienen der Besucher zu
deuten versucht, der Eindruck, hier geht es um Religiosität,
um die Tiefe des Spirituellen. Oder ist es einfach der Umstand,
dass die Thematik der Fastenkrippen als Hauskrippe noch
relativ unbekannt ist, obwohl bereits im 17. Jahrhundert
die Ereignisse der Karwoche vom Gebet am Ölberg bis
zur Auferstehung immer wieder bildhaft dargestellt
worden sind.

Fastenkrippe – weniger bekannt
Und die Wörgler Krippeler unter ihrem rührigen
Obmann Theo Frühwirth und seinen emsigen
Helfern haben sich seit geraumer Zeit mit
dem Bau von Fastenkrippen in den verschiedensten Ausführungen
bemüht und dabei bereits in kurzer Zeit auch große
Bedeutung erlangt. Vielleicht wird gerade die Bedeutung
der Fastenkrippe durch diese Ausstellung weit gestreut und
findet Nachahmer, wenn man in den Besuchern aus allen Teilen
Tirols und darüber
hinaus viele bekannte Krippenfreunde
wieder findet, die in ihren Vereinen als
Funktionäre oder Krippenbauer tätig sind.

Wundervoll gestickte Klosterarbeiten mit feinen Stickereien,
Ikonen von Elisabeth und
Uli Woworsky mit goldglänzenden Hintergründen
oder die beeindruckenden
Kreuzesdarstellungen eines Hanspeter Gruber sind ebenso
zu finden wie etwa eine Fastenkrippe, deren Berg aus Härteschaum
gefertigt wurde und die rundum zu betrachten sein wird,
wenn sie zu Hause dann auf einer Drehscheibe den Betrachter
erfreuen wird. Sehr nett und mit vielen Informationen versehen
die Hinweise zu
den einzelnen Objekten und auch hier, nicht
nur rein technische oder personelle Informationen, sondern
auch tiefsinniges Gedankengut
und besinnliche Sprüche. In einer Vitrine entdeckt
man die Darstellung der
Bergpredigt, ganz gelungen zusammengestellt aus Figuren,
die eigentlich dem letzten Abendmahl entstammen. Aber nun
so zusammengestellt,
als wären sie extra für diese Szene geschaffen
worden. Etwas versteckt im
Hintergrund ist eine so genannte Krüllarbeit zu
entdecken. Eine sehr alte Technik, bei der auf Schnittkanten
vergoldete Papierstreifen zu Ornamenten zusammengedreht
werden. Die
Figuren zu den Fastenkrippen, bisher meist ein Hauptproblem
zur Schaffung einer Fastenkrippe, sind zumeist in einer
Form gepresste Figuren, die dann selbst gefasst werden.
Die „Model“ hiezu hat der nicht ganz unbekannte
Krippenbauer und Verfasser viel
beachteter Krippenbücher, Peter Schrettl geschaffen,
der ja auch als Kursleiter bei den Wörgler Krippelern
tätig und sehr aktiv ist. Bei einer Krippe hat der
Künstler die Figuren des Ausschneidebogens der Telfer
Fastenkrippe verkleinert, kopiert, und so die richtigen
Proportionen zu seiner Darstellung geschaffen.
Beinahe alle Ausstellungsobjekte – man traut sich
dies ja fast nicht zu sagen – sind selbst
gefertigt, die Krippe mit den Probstfiguren musste einfach
ausgestellt werden, wenn man
so eine Rarität schon einmal erlangen kann. Inzwischen
strömen immer mehr Besucher
zur Ausstellung, die Helfer haben nun einiges zu tun und
führen Besucher durch die
Ausstellung, geben fachkundige Erklärungen und weisen
auf Besonderheiten hin.
Ein jeder erfüllt mit Freude, mit Genugtuung –
und zu Recht – mit etwas Stolz.
Im Keller, in den Räumlichkeiten des Krippenlokals,
getraut man sich dann wieder
laut zu sprechen und der Huangart mit dem Obmann, den anderen
Krippelern oder den
fleißigen Helferinnen, die Kuchen und Kaffee verkaufen,
erinnert dann schon wieder
an eines der Themen der Krippenbewegung, das 
Gemeinsame, das Miteinander, den Huangart.
Am Rande sei angemerkt, der Kuchen war ausgezeichnet!
Zurück zu den Ausstellungsräumlichkeiten
meint man dann aber wieder, in einer anderen
Welt zu sein. Einer Welt von Religion, von tiefen
Inhalten, dargestellt in der Passion Christi.
Licht und Schatten heißt eines der Themen in einer
der Vitrinen, Licht und Schatten aber nur
in den Darstellungen des Leidens und Tods,
und dann Licht in der Auferstehung. Viel Licht aber in der
Ausstellung der Wörgler Krippenfreunde.
Wörgler Krippenfreunde, wieder gegründet
1989, nachdem bereits von 1909 bis
1933 ein Krippenverein bestand.
Obmann Theo Frühwirth, Krippenlokal im Pfarrkindergarten,
ca. 180 Mitglieder aus dem Raume Wörgl, aber auch aus
Bayern.
Webseite: www.krippenverein-woergl.at Kreuzesdarstellung
von Hanspeter Gruber
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